Südfrankreich und Sardinien 2024
Am Mittwoch, 28.08.2024, starteten wir unsere diesjährige Herbst-Tour, die uns durch die Eifel über Luxemburg nach Geneuille führte. Geneuille, ein kleiner Ort wenige Kilometer nördlich von Besaçon gelegen, empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Hier legten wir eine Übernachtung ein, um am folgenden Tag die Fahrt in die französischen Südalpen zum Lac de Serre-Ponçon (Alpes-de-Hautes-Provence) fortzusetzen. Im Skiort Montclar wählten wir unser Quartier. Das von einem belgischen Ehepaar mit seinen Kindern familiengeführte Hotel überraschte uns mit belgischer Küche geprägt von französischen Einflüssen. Passend zur Speisekarte gab es ein großes Angebot belgischer Biere.

In den südfranzösischen Alpen nahmen wir uns zwei Etappen der diesjährigen Tour de France vor - nicht mit dem Fahrrad, sondern mit dem Landcruiser. Der 23 km lange Anstieg zum Cime de la
Bonette war ein Highlight. Es war schon überraschend, dass so viele Hobbyradfahrer, ob männlich, weiblich, schlank oder propper und auch aus allen Altersklassen diesen gigantischen Anstieg mit ihren Rädern angingen - ohne Elektrounterstützung. Manchem Pedalritter hing allerdings schon nach der Hälfte der Strecke die Zunge über dem Lenker. Mit Bunkern und Schützenstellungen sind noch viele Spuren des zweiten Weltkriegs am Fuße des Col de Bonnette erhalten geblieben.

Ein Besuch der Absturzstelle des Germanwings-Flug 9525 (März 2015)
und das goldglänzende Denkmal (eine 5 Meter große Kugel in den Bergen von Le Vernet) waren der eigentliche Anlaß, warum wir dieser Region in den französischen Südalpen einen Besuch abstatteten. Das Denkmal (die goldglänzende Kugel) liegt in einem gesperrten Gebiet. Die einstündige Wanderung dorthin mit einem Anstieg von ca. 300 Höhenmetern führt zu einem Punkt, der knapp 400 Meter auf der gegenüberliegenden Seite des Berghangs liegt, an dem das Flugzeug damals zerschellte. Trümmer sind dort nicht mehr zu sehen, aber es wird deutlich, wie schwer es für die Rettungskräfte gewesen sein muss, diesen nur schwer zugänglichen Ort zu erreichen.
Am Sonntag, 01.09.2024, ging es dann weiter durch das Val d´Oronaye und über den Col de Larche ins italienische Piermont. An Cuneo vorbeidurchquerten wir die hügelige Landschaft des Piermont nach Savona, um dort entlang der ligurischen Küste nach Genua zu fahren. Italienisches HullyGully am Sonntag-nachmittag an den Stränden zwischen Savona und Genua. Eigentlich nur "nice to see" aber nicht so recht unser Ding, wenn am Strand Liegestuhl an Liegestuhl aneinandergereiht sind.

In der City von Genua ist selbst am späten Sonntagnachmittag und auch am Abend unheimlich viel los. Rollerfahrer vorne, hinten und zwischen den Autos rechts und links. Der im Zentrum gelegene Fährhafen hat so seinen Charme, auch wenn er nicht besonders attraktiv ist. 20:00 Uhr abends, 34 Grad Celsius dann die Info: die Fähre geht 3 Stunden später los, also statt 21:00 Uhr geplante Abfahrt jetzt 0:00 Uhr. Echte Abfahrtzeit dann 01:45 Uhr. Mehr als 400 Autos, Wohnmobile und eine Vielzahl von Motorrädern warten mit ihren Fahrern geduldig auf die Ankunft der Fähre. Trotz drückender Hitze moppert eigentlich niemand, alle sind cool und gelassen, auch die Motorradfahrer in ihren Lederkombis. Die Versorgung der wartenden Gäste wurde durch die Reederei mit 1000 Flaschen Wasser, abgepackt auf einer Europalette und etwas versteckt hinter einem Betonpfeiler, sichergestellt. Die Info über die Verspätung durch Mobylines klappte allerdings per SMS und
Email ganz gut. Man gab an, nur 180 Minuten verspätet zu sein, damit ging man den Folgen einer Diskussion über Entschädigungen aus dem Weg. Letzlich waren es 4 1/2 Stunden, doch dann ging alles hatzi-fratzi. Wegen unserer Kisten und dem Reserverad auf dem Dachträger durften wir erst als viertletztes Fahrzeug zusammen mit einigen großen Wohnmobilen auf die Fähre rückwärts auffahren und erhielten einen Platz direkt vor der großen Ladeklappe bzw. Auffahrtrampe. Dafür hatten wir nach Ankunft in Olbia für die Abfahrt von der Fähre die Poolposition. Klappe runter -15 Sekunden später waren wir von Bord. Die Überfahrt von Genua nach Olbia war ruhig und der Service an Board war wirklich gut. Wie wir im Vesselfinder herausfanden, hat das Schiff, MobyDrea, schon fast 50 Jahre auf dem Buckel. Davon haben wir allerdings auf der Überfahrt nichts bemerkt. Es wurde wohl gut gewartet.
Auf Sardinien angekommen, ging unsere erste Etappe von Olbia nach Nordosten an die vielbeschriebene Costa Smeralda, wo wir für 6 Tage unser Lager aufschlugen. Dieser Küstenabschnitt Sardiniens mit den vielen wunderschönen kleinen Buchten und dem traumhaft türkisfarbenen Wasser hat schon etwas Besonderes. Glamour und Reichtum geben sich hier die Hand. Und wie wir das live erleben konnten, wird der Ein oder Andere auch schon mal mit dem Hubschrauber zur Hotelunterkunft eingeflogen. In den kleinen Häfen und in den Buchten versammeln sich Motor- und Segelyachten aus allen Regionen Europas. Eine so große Vielzahl an Luxusyachten bekommt man selten zu sehen.

Von der Costa Smeralda im Nordosten Sardiniens führte uns die Reise weiter an der Ostküste entlang nach Süden. Wir blieben für 6 Nächte in einem Hotel/Resort in der Bucht von Capo Boi ganz in der Nähe der kleinen Stadt Villasimius. Zwischendurch besuchten wir eine Freundin von Kathrin, die mit ihrer Familie an der Costa Rei im Südosten Sardiniens ihren Urlaub verbrachte. Ein über viele Kilometer langer Sandstrand prägt diesen Küstenabschnitt, der für Wassersportler und Camper ein wahres Paradies ist.
Nach diesem Aufenthalt in der Region von Villasimius fuhren wir weiter in Richtung Cagliari. In der Hauptstadt Saridiniens schlenderten wir durch die Altstadt und besichtigten die Kathedrale. Dann fuhren wie gut eine halbe Autostunde weiter in Richtung Südwesten, wo wir für 4 Tage in einem Hotel südlich von Pula unsere Unterkunft fanden.

Auf einer Tagestour entlang der Küste nach Westen, die traumhafte Blicke auf kleine Buchten und das tiefblaue Mittelmeer hervorbrachte, erkundeten wir den Süden Sardiniens. Diese Region Sardiniens ist vom Tourismus deutlich weniger
berührt als der Norden und Osten. Die Rückfahrt führte uns über das hügelige Bergland durch die Städtchen Teulada und Domus Maria zurück nach Pula.

Während unserer Sardinien-fahrt haben wir viele tolle Eindrücke und Erkenntnisse gewonnen, aber genauso viel Ruhe und Erholsamkeit gefunden. Wir konnten viel entdecken, ob Kultur, Landschaft, Kulinarik und natürlich Land und Leute. Wir haben die Zeit im Norden und Süden der Insel einfach nur genossen und wurden von sonnigem Wetter begleitet. Die Rückfahrt nach Olbia führte uns zum Schluß quer über die Insel und gab
interessante Einblicke vom Aussehen Sardiniens abseits des Haupttourismusströme.

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